Das Kiefergelenk (lat. Articulatio temporo-mandibularis) ist ein Dreh-Gleit-Gelenk und nimmt unter den Gelenken im menschlichen Körper eine Sonderstellung ein.
Der Unterkieferknochen ist beidseits über je ein Kiefergelenk mit der Schädelbasis verbunden. Die Gelenkhöhle des Kiefergelenks wird durch eine bewegliche Knorpelscheibe, den diskus, in einen oberen Gelenkspalt (zur eigentlichen Gelenkpfanne an der Schädelbasis hin) und einen unteren Gelenkspalt (zum Gelenkköpfchen des Unterkiefers hin) geteilt. In der oberen Hälfte findet hauptsächlich eine Gleitbewegung, in der unteren Hälfte dagegen eine Drehbewegung statt.
Entwicklungsgeschichtlich stellt das Gelenk zwischen den Gehörknöchelchen Hammer und Amboss das eigentliche Ur-Kiefergelenk dar. Das Kiefergelenk der Säugetiere ist daher ein sekundäres Kiefergelenk.
Idealerweise sollten im Schlussbiss beide Kieferköpfchen zen auf beiden Seiten dieselbe Spannung und Länge und die Zahnreihen im Seitenzahngebiet rechts und links gleichmäßige Vielpunktkontakte aufweisen. Bei jedem Schluckakt werden unbewußt all diese Parameter vom Gehirn überprüft. Falls Asymme münden kann - siehe Bruxismus.
Mit der Analyse von Fehlstellungen des Kiefergelenkes und der wiederherstellung der Idealposition befaßt sich die zahnmedizinische Fachrichtung der Gna.
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