Leistungen
Die Leistung des menschlichen Geruchssinnes wird in Schwellen angegeben; dabei wird unterschieden zwischen der Wahrnehmungs- oder Absolutschwelle und der Erkennungsschwelle.
- Wahrnehmungsschwelle:
- Nur vier Milligramm des in Knoblauch enthaltenen Methylmercaptans in 108 m³ Luft (das sind 100 Hallen zu jeweils 500x10x20 Meter) genügen, um die Empfindung "Es riecht nach etwas" hervorzurufen.
- Ein Milligramm Vanille pro 1000 m3 Luft genügt, um einen Riecheindruck hervorzurufen.
- Im Rahmen der "Unterschwelligen Werbung" (die die Aufmerksamkeitsschwelle nicht überschreitet) sind gelegentlich Versuche mit olfaktorischen Reizen erfolgreich gewesen.
- Erkennungsschwelle:
- Um den Geruch zu erkennen, muss die Konzentration etwa 50-fach höher sein.
Eine erheblich – bei einem Schäferhund beispielsweise um den Faktor 1000 – feinere olfaktorische Wahrnehmung haben viele andere Säugetiere.
Geruchsempfindungen
Nach der stereochemischen Geruchstheorie von Amoore kann der Mensch nur sieben Einzelgerüche wahrnehmen:.
- stechend, beißend (beispielsweise Essig, Ameisensäure)
- faulig (beispielsweise faulende Eier, H2S)
- ätherisch (beispielsweise Fleckputzmittel)
- kampferartig (beispielsweise Mottenkugeln)
- moschusartig (beispielsweise Engelswurz)
- minzig (beispielsweise Pfefferminze)
- blumig (beispielsweise Rosen)
Nach Zwaardemaker können folgende Formen der Geruchsempfindungen unterschieden werden:.
- ätherische Gerüche (beispielsweise Apfel)
- aromatische Gerüche (beispielsweise Anis)
- balsamische Gerüche (beispielsweise Jasmin)
- moschusartige Gerüche (beispielsweise Patschuli)
- lauchartige Gerüche (beispielsweise Zwiebel)
- brenzlige Gerüche (beispielsweise Tabak)
- Kaprylgerüche (beispielsweise Käse)
- betäubende Gerüche (beispielsweise Opium)
- gestankähnliche Gerüche (beispielsweise Fäulnis)
Henning unterscheidet dagegen nur sechs Grundqualitäten:.
- würzig,
- blumig,
- fruchtig,
- harzig,
- brenzlig und
- faulig.
Nur sieben der chemischen Elemente besitzen einen Geruch, der vom menschen wahrgenommen werden kann: Arsen, Brom, Chlor, Fluor, Iod, Phosphor und Sauerstoff als Ozon.
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